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Der Heimatbund Niedersachsen – ein geschichtlicher Überblick |
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Der Heimatbund Niedersachsen ist der älteste Verein dieser Art im deutschen Sprachraum. Er wurde am 9. Mai 1901 in Hannover gegründet. Vorläufer des Heimatbundes war der 1898 in Hannover zusammengetretene "Stammtisch Niedersachsen", dessen Mitglieder das Ziel verfolgten, "heimische Sprache, Literatur und Architektur zu fördern und vor fremden, schädlichen, verflachenden Einflüssen zu schützen".
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Auf der Gründungsversammlung im Hotel "Vier Jahreszeiten" am Aegidientorplatz wurde Prof. Julius Kettler zum ersten Vorsitzenden gewählt und eine Satzung beschlossen, welche die Kernziele des HBN umriss: "Die Kenntnis des niedersächsischen Landes und Volksstammes zu fördern sowie die niedersächsische Stammesart und das geistige Leben zu pflegen.
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Prof. Julius Kettler
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Zu den Gründern des HBN gehörten so bekannte Persönlichkeiten wie der Journalist und Dichter Hermann Löns und die Brüder August und Friedrich Freudenthal als Pioniere der niederdeutschen Sprachpflege. Auch zahlreiche Vertreter der Worpsweder Künstlerkolonie, u.a. Heinrich Vogeler und August von Mackensen gehörten dem HBN an, ebenso Literaten und Dichter wie Lulu v. Strauß-Torney, Börries von Münchhausen und Hermann Claudius.
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Hermann Löns
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Börries von Münchhausen
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Wilhelm Busch
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Der Zeichner Wilhelm Busch wurde 1907 das erste Ehrenmitglied des HBN. Mitglieder des Welfenhauses, unter ihnen auch die populäre Kaisertochter Victoria Luise, standen zu allen Zeiten in den Reihen des HBN.
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Zu den konkreten Vorhaben, die sich der HBN bei seiner Gründung gesetzt hatte, gehörte die Veranstaltung einer "Niedersächsischen Woche". Deren erste fand 1902 als "Niedersachsentag" statt. Bis zum Jahr 1928 richtete der HBN dann alljährlich - von Unterbrechungen des ersten Weltkrieges abgesehen - den Niedersachsentag als zentrale Veranstaltung der niedersächsischen Heimatpflege aus.
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Die Organisation des "Niedersachsentages" übernahm dabei ein eigener Ausschuss des HBN. Dieser so genannte "Vertretertag" konstituierte sich später unter dem Namen Niedersächsischer Heimatbund (NHB) als Dachverband für alle im Bereich der Brauchtums- und Heimatpflege tätigen Vereine und Institutionen. Der NHB richtet seitdem die "Niedersachsentage" aus. Diesem Dachverband ist der HBN angeschlossen.
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Ein zweites Kernanliegen der HBN-Gründer war die Errichtung eines "Vaterländischen Museums" für Hannover. Dieses Vorhaben wurde mit der Errichtung des heutigen "Historischen Museums" in Hannover erfolgreich realisiert.
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In den Jahren 1912 - 1914 kam es im HBN aufgrund der so genannten "Welfenfrage" zu politischen Spannungen, die in der Abspaltung des "Altsachsenbundes" gipfelten. 1920 konnte der Dissenz beigelegt werden und der Altsachsenbund in den HBN zurückgeführt werden.
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In der NS-Zeit wurde der HBN gezwungen, seinen Namen in "Hannoversche Heimatfreunde" umzubenennen. Am 10. Mai 1946 erfolgte die Wiedergründung unter dem alten Traditionsnamen.
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Über vier Jahrzehnte prägte die Arbeit des HBN dessen legendärer Vorsitzende Walther Lampe. Unter seiner Ägide veranstaltete der HBN überdies "Marienbergfeste": Verbunden mit der Jahreshauptversammlung waren dies große Feiern, die auf dem bei Nordstemmen gelegenen Berg, den die Marienburg krönt, stattfanden und an denen in den Anfangsjahren der Bundesrepublik auch die niedersächsischen Ministerpräsidenten Hinrich Wilhelm Kopf und Heinrich Hellwege teilnahmen.
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Dr. Walther Lampe
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Marienberg
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Zu allen Zeiten widmete sich der HBN seinen inhaltlichen Schwerpunktgebieten: dem Natur- und Denkmalschutz sowie der Kultur- und niederdeutschen Sprachpflege. Die Errichtung zahlreicher Naturschutzgebiete in Niedersachsen, frühzeitige Schutzmaßnahmen in der Lüneburger Heide, am Steinhuder Meer und Dümmer, der Erhalt der Herrenhäuser Gärten in Hannover sowie die Bewahrung von Baudenkmälern sind dem HBN und seinen zahlreichen Ortsgruppen zu verdanken.
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Die Vorsitzenden des Heimatbundes Niedersachsen seit der Gründung
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